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Wissenschaftlicher Bezug

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  • Wissenschaftliche Entwicklung des Themas
  • Kontroverse: Ist Hochsensibilität angeboren oder erworben?
  • Literatur-Link

Elaine N. Aron
(Foto von E. Aron zur Verfügung gestellt)

Elaine N. Aron gilt als eine Pionierin im Gebiet der Hochsensibilität. Sie veröffentlichte in den Neunzigerjahren erstmals einen Artikel über das Thema in einer angesehenen wissenschaftlichen Zeitschrift (USA), und sie prägte auch den Namen "the Highly Sensitive Person" (HSP), "die hochsensible Person".
Mit ihrem Buch "The Highly Sensitive Person - How to Thrive When the World Overwhelms You" machte sie das Thema einem grösseren Publikum zugänglich und stiess damit auf grosses Interesse. (Deutsche Ausgabe: "Sind Sie hochsensibel? Wie Sie Ihre Empfindsamkeit erkennen, verstehen und nutzen").

Über den häufig erwähnten Prozentsatz von 15 bis 20 Prozent, welcher dem hochsensiblen Teil der Bevölkerung zugeschrieben wird, habe ich u.a. folgende Aussagen gefunden: Georg Parlow (Buch "Zart besaitet", Festland Verlag, 2003) nennt ihn "speziesübergreifend und ziemlich stabil" und führt (ausführlicher als Aron) unter anderem auf S.48 z.B. Untersuchungen von Iwan Pawlow (1849-1936) an, welcher anlässlich von Belastbarkeitstests bei 15 bis 20 Prozent der Probanden eine sogenannte "transmarginale Hemmung" feststellte (eine Art "dicht machen"), mit welcher diese sensibleren Probanden auf Belastung reagierten. Wer eine ausführlichere Übersicht über diese und verwandte Forschungen sucht, findet bei Georg Parlow im selben Kapitel noch weitere, die These unterstützende Hinweise (z.B. auf Jerome Kagan, Alice Miller, C.G. Jung).

Das Thema 'Hochsensibilität' geht also auf alte Wurzeln zurück, und es gibt auch frühere Pioniere, die "das Kind bereits beim Namen nannten", leider aber noch nicht genügend Aufmerksamkeit erfuhren, um dem Thema zum Durchbruch zu verhelfen. Zu erwähnen ist diesbezüglich die Studie in der Kindler-Reihe "Geist und Psyche" von Eduard Schweingruber, Theologe und Psychiater, mit dem Titel "Der sensible Mensch" (1945). Eine Zusammenfassung des leider vergriffenen Buches findet sich bei emj57.wordpress.com (siehe Linkliste). In Antiquariaten ist das Büchlein noch erhältlich, ebenso z.B. über Amazon.

Samuel Pfeifer führt in seinem Buch "Der sensible Mensch" (Brockhaus Verlag, 5. Auflage 2006) auf S.25 die Babyforschung an: offenbar reagieren etwa 15 bis 20 Prozent der Säuglinge auf diverse Reizquellen (z.B. überraschende Geräusche) mit signifikant mehr Anzeichen von ausgeprägtem Unbehagen als die Mehrheit der Kinder.
Häufig werden auch biologische Untersuchungen angeführt, die im Tierreich, unabhängig von der Tierart, eruiert haben sollen, dass Hochsensibilität (mit einem ähnlichen Prozentsatz) auch im Tierreich vorkommt.

Neue Gebiete in wissenschaftlichen Bereichen haben es zu Beginn nicht einfach, anerkannt zu werden, da Wissenschaftlichkeit natürlich hohe Anforderungen an die Erforschung des entsprechenden Themas stellen muss. (Generelle Infos über "Wissenschaft" z.B. bei Wikipedia.)

So schrieb zum Beispiel Wolfgang Streitbörger über die Arbeit von Dr. Aron: "Eine so grundlegende Temperaments-Disposition zu behaupten ist eine Sache, dem Ansatz eine solide, experimentell und theoretisch abgesicherte Grundlage zu geben eine andere." (Der vollständige Titel dieses Aufsatzes: "Die Supersensiblen - eine übersehene Minderheit?")

Andere Autoren werfen Aron vor, dass sie die Ergebnisse der Traumaforschung zu wenig berücksichtige: Auf dieser Website findet sich zu diesem Thema ein wissenschaftlicher Beitrag von Barbara Schmugge: "Traumafolgestörung und Hochsensibilität". Ausserdem möchte ich auch auf eine These verweisen, welche Hochsensibilität als eine direkte Folge von Traumatisierungen (insbesondere durch Kindsmissbrauch) sieht. Auf den Artikel bin ich zuerst durch die Website hochsensibel.org gestossen und möchte daher via diese Website darauf verweisen (--> Linkliste, --> Untertitel: "ausgewählte, das Thema tangierende Webseiten").

Ein Artikel im Zürcher Tages-Anzeiger greift das Thema im Zusammenhang mit Stress auf: "Stress wird Kindern in die Wiege gelegt" (Tages-Anzeiger, 1. April 2008). Hier wird Hochsensibilität zwar nicht "beim Namen genannt", der Bezug zu dieser liegt jedoch nahe: "Psychosomatiker und Neurobiologen entdecken prägende Faktoren, die im späteren Leben anfällig für Belastung machen."...

Generell wurde auch in den meisten Werken der HS-Pioniere nicht ausgeschlossen, dass Hochsensibilität auch erworben werden kann, z.B. auf Grund von Traumata, belastenden Erlebnissen oder Dauerstress. Das Hauptgewicht liegt bis jetzt jedoch auf der Theorie der angeborenen, ererbten Hochsensibilität.

Aron führt u.a. die Zwillingsforschung an, um zu belegen, dass HS hauptsächlich genetisch bedingt sei (siehe "Sind sie hochsensibel?", mvg Verlag, 2005, S.39 und S.53) und macht auch darauf aufmerksam, dass man häufig eine familiäre Linie nachweisen kann von Vor- und Nachfahren, die hochsensibel sind - im Gegensatz zur Linie der normalsensiblen Familienmitglieder.
Es scheint wieder einmal um die Frage zu gehen, was zuerst da war, "das Huhn oder das Ei". Mit andern Worten: Gibt es auf Grund einer angeborenen Hochsensibilität eine genetisch bedingte erhöhte "Anfälligkeit" für Traumata? Oder wird Hochsensibilität vorwiegend durch belastende Lebensumstände (z.B. ein Trauma) verursacht? (Die Traumaforschung belegt, dass Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung sämtliche Anzeichen einer HS aufweisen können.)

Es ist spannend, diese Kontroversen zu verfolgen und damit auch immer tiefer ins Thema einzudringen.

Für Menschen, welche sich jedoch direkt betroffen fühlen, sind solche Fragestellungen wahrscheinlich weniger zentral (- es sei denn, man sei am Aufarbeiten der persönlichen Lebensgeschichte...). Ob ihre Hochsensibilität angeboren oder erworben ist, ist für ihr Leben nicht entscheidend, denn die Symptome sind dieselben. Sie müssen jetzt und heute im Alltag damit leben und sich damit auseinandersetzen.

Darum ist es zu begrüssen, dass Bücher wie die oben erwähnten schon vor einer effektiven wissenschaftlichen Anerkennung vielen hochsensiblen Menschen geholfen haben.

Wenn sich jemand über die wissenschaftliche Forschung bezüglich Hochsensibilität informieren möchte, erachte ich die oben schon erwähnte Website www.hochsensibel.org als eine informative Adresse. In der Rubrik "Regelmässig gestellte Fragen" finden wir hier zum Beispiel eine fundierte Antwort darauf, ob Hochsensibilität bereits bis zu einem gewissen Grad wissenschaftlich "anerkannt" ist und was "wissenschaftliche Anerkennung" eigentlich genau bedeutet. Ebenso berichten die Verfasser über den Stand der Forschung in der Rubrik "Wissenschaftliches Netzwerk".

Die Informationsquellen über Hochsensibilität entwickeln sich stetig, - das Internet ist ein Spiegel dafür.

In meinem Beitrag - dieser Website - ist es mir ein Anliegen, auch neuste wissenschaftliche Entwicklungen zu verfolgen und zu integrieren. Ich bin daher auch froh um entsprechende Hinweise.
Inhaltlich gesehen fusst diese Website auf langjähriger Erfahrung aus meiner Arbeit mit Hochsensiblen, auf persönlicher Forschung und auf den vielfältigen Impulsen, die mir meine Therapieausbildung zum Thema der Hochsensibilität gegeben hat (siehe Kapitel "Autorin").

Wenn immer ich nicht aus diesem Fundus schöpfe, bezeichne ich zitiertes Gedankengut von anderen AutorInnen explizit. Dies tue ich direkt innerhalb der Texte und nicht in einer extra Bibliographie.

Auf dieser Webiste finden sich zudem in der Rubrik Links/Test verschiedene Links auf Websites über Hochsensibilität und ein Link auf einen HS-Test.

Literatur

Die Website www.hochsensibel.org bietet auch eine der ausführlichsten Literaturübersichten, die ich über das Thema gefunden habe. Sie unterscheidet zudem zwischen wissenschaftlicher und populärwissenschaftlicher Literatur zum Thema Hochsensibilität:
Bitte anklicken:

Link populärwissenschaftliche Literatur/Ratgeber

Link wissenschaftliche Literatur/empirische Studien



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