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Hochsensibilität

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  • Bin ich hochsensibel?
  • Hochsensibilität auf dem Lebensweg
  • Was kann ich nicht ändern?
  • Was kann ich ändern?

"Ich bin jemand. Ich bin ich. Ich bin gerne ich. Und ich
brauche niemanden, der mich zu jemandem macht."

(Louis L'Amour)

Bin ich hochsensibel?

Endlich können hochsensible Menschen aufatmen: das von Elaine N. Aron in den Neunzigerjahren erstmals beschriebene Phänomen der Hochsensibilität existiert tatsächlich und wird langsam einer wachsenden Anzahl von Menschen bewusst.
Viele HSP werden dadurch befreit von einem oft lebenslangen Gefühl: "ich bin anders, ich bin nicht richtig so, wie ich bin": Es gibt uns! Nur schon diese Tatsache kann einen erlösenden Einfluss auf einen hochsensiblen Menschen haben: Sie/er fühlt sich vielleicht nicht mehr isoliert, ist gar froh, nicht "verrückt" zu sein - und lernt langsam, die persönliche Sensibilität zu erkennen und zu schätzen. Man liest und hört in Berichten hochsensibler Menschen oft, dass es für sie eine Zeit vor der Entdeckung ihrer Hochsensibilität - und eine Zeit danach gibt - und dass das "Nachher" eine entscheidend positivere Lebensqualität aufweist.

Wissenschaftlich gesehen ist HS ein junges Gebiet, in welchem es noch einiges zu erforschen gibt, bis sich eine allgemein anerkannte Ansicht heraus kristallisiert haben wird. Der heutige Forschungsstand geht von einer angeborenen hochsensiblen Disposition aus, schliesst aber nicht aus, dass es auch Menschen gibt, die auf Grund von Traumatisierungen, Dauerstress, schwierigen Lebensbedingungen etc. hochsensibel geworden sind (erworbene Hochsensibilität).

Betroffene Menschen (ca. 15-20 Prozent der Bevölkerung) weisen eine speziell ausgeprägte Empfindsamkeit und Empfindlichkeit auf, und diese spezielle Sensibilität - z.B. was Wahrnehmung, Nervensystem und Temperament anbelangt - kann sich auf allen Ebenen des Seins - also körperlich, seelisch, geistig - auswirken.

Zur Zeit wächst die Nachfrage nach Information und Literatur über Hochsensibilität. Der zentrale Punkt, wenn Sie zu den Menschen gehören, die im Buchgeschäft oder im Internet nach Literatur oder Websites über Hochsensibilität suchen, ist aber eigentlich nicht die Frage: "Bin ich tatsächlich hochsensibel?" - sondern zentral ist viel mehr die Feststellung: "Es hat einen Sinn, dass ich mich für dieses Thema interessiere…" Alles, was uns trifft, anspricht und interessiert, hat auf irgendeine Weise mit uns selber zu tun. Und das andere können wir ja lassen...

Wie eingangs schon erwähnt, ist Hochsensibilität keine Krankheit und kann sich sehr positiv äussern, - z.B. durche eine speziell vielschichtige, fundierte Wahrnehmung, durch erhöhte Differenziertheit und Reflexionsfähigkeit, durch Einfühlungsvermögen, Gewissenhaftigkeit, Intuition, Feinfühligkeit, Kreativität und andere schätzenswerte Eigenschaften. Häufig werden solche Eigenschaften jedoch überdeckt durch gleichzeitig vorhandene hemmende Faktoren wie zum Beispiel Überforderung, Überreizung, Stress, Überreaktionen, Rückzug, Schüchternheit, mangelnde Frustrationstoleranz etc. In der Unkenntnis über die eigene Hochsensibilität fokussieren manche HSP vorwiegend auf die schwierigen, störenden Aspekte in ihrem Leben und erfahren sich schliesslich als 'nicht dazu gehörig', wenn nicht sogar als krank oder "gestört".

Das darf nicht mehr sein. Wissen hat einen befreienden Aspekt, - und je mehr wir über uns und unsere Hochsensibilität wissen, desto besser können wir uns selber unterstützen auf unserem Weg zu mehr Selbstverständnis und Selbstwert als hochsensible Menschen.

Schauen wir uns zuerst verschiedene Möglichkeiten an, wie sich der Umgang mit Hochsensibilität im Leben manifestieren kann. Vielleicht erkennen Sie sich in der einen oder anderen Form wieder:

Hochsensibilität auf dem Lebensweg

Den hochsensiblen Menschen nun in einer Kurzzusammenfassung vollständig und umfassend zu beschreiben, ist nicht gut möglich, denn jede HSP ist ein Individuum, welches seine Hochsensibilität auf ganz persönliche Art auslebt. Klar existieren dennoch - in verschiedenem Masse - auch viele Ähnlichkeiten zwischen hochsensiblen Menschen (siehe weiter unten bei "Was können Sie nicht ändern/Was können Sie ändern").

Und natürlich gibt es auch Hochsensible, die während einer geborgenen Jugend die Möglichkeit hatten, so sein zu dürfen, wie sie waren, auch wenn sie sich in verschiedenen Belangen von normalsensiblen Kindern unterschieden und häufig weniger "pflegeleicht" waren. Solche Menschen werden weniger unter ihrer Hochsensibilität leiden und sie auch nicht als 'Störung' wahrnehmen.

Familiäre Umstände, welche ein Kind mit Interesse und Liebe begleiten und es nicht auf seine Schwierigkeiten festlegen (z.B. fortwährend korrigieren, vergleichen oder überfordern), sind aber nicht jedem Menschen gegeben. Und so verläuft jeder hochsensible Lebensweg auf ganz eigene Art, und es besteht wohl zu Recht die Annahme: je unverstandener ein Kind aufwächst, je schwieriger oder traumatischer eine Kindheit verläuft, desto ausgeprägter entwickeln sich Probleme und Schwierigkeiten mit der Hochsensibilität.

Anpassung, Unterdrückung:
Bis zur Entdeckung des Phänomens hatte Hochsensibilität keinen einheitlichen Namen, was ungezählte Menschen - meist unbewusst - dazu gebracht hat, sich der normalsensiblen Lebensweise anzupassen und die, aus der Hochsensibilität wachsenden Bedürfnisse als "unpassend" wahrzunehmen und zu unterdrücken. Oft gehen HSP beim Versuch der Anpassung lange Zeit 'gnadenlos' über sich hinweg und 'pushen' sich mit Verhaltensweisen, die dem eigenen Wesen widersprechen und schliesslich schaden, woraus dann mit der Zeit irgendeine Symptomatik (wie z.B. psychische oder körperliche Reaktionen auf Dauerstress, depressive Verstimmungen etc.) resultieren kann.
Das Leiden unter einer Symptomatik kann trotz allem eine Chance bedeuten, denn aus Leiden heraus führt häufig ein Weg zu mehr Bewusstsein und Lebensqualität, wenn man den Schritt schafft, Leiden nicht unbewusst als "Selbstzweck" (z.B. Opferhaltung, Krankheitsgewinn) zu brauchen. Nicht selten finden solche Menschen einen Weg zu ihrem Lebenspotenzial - oder auch eine neue Verwurzelung in einer individuell erlebten Form von Spiritualität.

HSP, die sich dem Weg der Anpassung widersetzen und ihre Bedürfnisse besser wahrnehmen, finden oft einen Weg, sich im Leben einzurichten, ohne an ihrer Hochsensibilität sehr zu leiden oder sie überhaupt richtig zu erkennen. Dabei ist das individuelle Empfinden ausschlaggebend: die gewählte Lebensform (z.B. eine sehr zurückgezogene Lebensweise) mag für andere nicht attraktiv wirken, das spielt keine Rolle. Hauptsache, der betreffende hochsensible Mensch findet darin seine Grundlage und Stabilität.

Fokus auf ein Lebensgebiet
Dann gibt es HSP, oft mehr sachlich-intellektuell (oder auch künstlerisch) orientierte Menschen, die ihre ganze Energie - oft mit Leidenschaft - auf ein bestimmtes Gebiet (oder bestimmte Gebiete) in ihrem Leben lenken und weniger auf ihre emotionale Befindlichkeit. Diese Menschen findet man auch weniger auf Websites wie dieser, weil ihnen das, was sie tun, oft wichtiger ist als das, was sie sind.

Künstlerinnen, Künstler
Künstlerisch begabte HSP (und davon gibt es viele) finden in ihrer Form von Kreativität manchmal ein Ventil, durch welches sie ihre Sensibilität und das Leiden an einer "unsensiblen Welt" pflegen und ausleben können: Leiden kann zu Ausdruck - und dadurch zur Erlösung werden - und bei einigen darum insofern fast zum "Muss". (Selbstverständlich ist dies nur eine ganz spezielle Form von künstlerischem Ausdruck, und diese Aussage will keineswegs generalisieren, dass Kunst vorwiegend Ausdruck von Leiden sei!)

Helfersyndrom
HSP begeben sich häufig auch auf den "Helfertrip": oft unbewusst suchen sie dadurch nach Zuwendung, machen sich verdient und beliebt - und finden doch nicht die wahre innere Heimat, in welcher sie sich erkennen können als einen Menschen, der nicht zuerst etwas leisten muss, bevor er sich selber akzeptieren darf.

Erkranken
Schliesslich möchte ich noch diejenigen hochsensiblen Menschen nennen, die - obwohl Hochsensibilität an sich ja keine Krankheit ist - durch die Umstände des Lebens (z.B. Traumatisierungen) wirklich erkranken. Dies kann sich bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen entwickeln, durchaus aber auch körperliche Formen annehmen.

Reaktivität
Hochsensibilität und die daraus resultierende erhöhte Verletzlichkeit finden manchmal auch Audruck in reaktiven Verhaltensweisen, welche auf Anhieb nicht mehr als "sensibel" erkennbar sind, manchmal sogar ins Gegenteil ausufern: Z.B. extreme Leidenschaftlichkeit bis zu radikalen oder fanatischen Reaktionen, Jähzorn, "zurück verletzen", wann immer möglich ("Ping-Pong-Gespräche", nicht zuhören können, sofort reagieren, immer bereit sein, zu widersprechen und zu streiten).
Manchmal handelt es sich hierbei um Menschen, die tiefe, unbearbeitete Verletzungen in sich tragen, mit denen sie sich gar nicht befassen wollen oder können. Für solchermassen geprägte HSP ist es nicht einfach, sich der verdrängten hochsensiblen Seite zuzuwenden, da sie Sensibilität mit Schwäche verwechseln und drum als bedrohlich empfinden.

Wie bei allen Extremen, können auch beide Seiten (in verschiedenen Ausprägungen und im Wechsel) bei derselben HSP vorkommen: "Implosion" (sich ganz nach innen zurückziehen) und "Explosion" (sich ausbreiten). Ein einfaches Beispiel: Beruflich nach aussenhin Erfolg haben und innerlich dennoch unter ausgeprägtem Selbstwertmangel leiden und sich dauernd in Frage stellen. Ich war zum Beispiel ein schüchternes, introvertiertes, schnell kränkbares Kind. Doch wenn ich von aussen allzu sehr bedrängt wurde, entstanden manchmal plötzlich auf unkontrollierte Art Trotz, Dickköpfigkeit - bis hin zum Jähzorn. Ebenso konnte ich aus meinen Hemmungen ausbrechen und plötzlich den Clown oder die "Anführerin" spielen...

Was können Sie nicht ändern?

  • Ihre Veranlagung, welche beinhaltet, dass Ihre Wahrnehmung und die Art Ihres Temperaments nicht der Norm entsprechen, sondern einer hochsensiblen Minderheit (ca. 15-20 Prozent der Menschen). Ebenso können Sie leider Ihre Vergangenheit nicht mehr ändern, falls diese traumatische, belastende Erfahrungen beinhaltete, die sie zu einem hochempfindlichen Menschen machten.
  • Aus diesem Grund können Sie somit schneller eine Reizschwelle erreichen und sich schneller von Reizen (äusseren oder inneren) überflutet, überstimuliert und nervlich übererregt fühlen als Normalsensible, weil Ihr Gehirn weniger gut in der Lage ist, Reize, welche normalerweise als unwichtiger erkannt werden, herauszufiltern. Es ist nicht so, dass Normalsensible nie überreizt sind, - ihre Reizschwelle ist lediglich höher angesetzt.
  • Eventuell sind auch ihre Körpersinne (z.B. Augen, Ohren, Geruchsinn, Tastsinn...) und ihre Fähigkeit, unterschwellige Reize wahrzunehmen, differenzierter - und führen Sie daher oftmals zu Überstimulation und Übererregung.
  • Vielleicht funktioniert auch Ihr Körper nicht so, wie sie es gerne hätten: vielleicht erträgt er diverse Genussmittel nicht, hat Mühe mit Schlafen - oder Sie müssen bei Ihrer Ernährung sorgfältiger sein als Ihre normalsensiblen Freunde. Vielleicht leiden Sie auch unter Allergien und Überempfindlichkeiten...

Was können Sie ändern?

Wichtige Vorbemerkung: Die Vorstellung, "sich zu ändern" ruft bei vielen Menschen schon Gefühle der Überforderung und daher Abwehr hervor: "ich soll mehr rauskommen, als ich in der Lage bin", "ich soll Dinge tun, die mir widerstreben", "ich soll..." So ist dies natürlich nicht gemeint. Es geht in keiner Weise darum, sich selber zu stressen und das frühere Gefühl von Überforderung und Überreizung aufrecht zu erhalten. Wandel kann nur stattfinden, wenn wir den Weg dazu mit unserem individuellen Naturell in Einklang bringen. Vielleicht ist es auch wichtig, sich zuerst einmal wertfrei zu fragen: Will ich mich überhaupt verändern? Bin ich bereit dazu? Und was möchte ich tatsächlich verändern?

  • "Ich bin richtig, so wie ich bin!" Sie können Ihr Gefühl langsam verändern, sie seien "nicht normal" und würden dauernd etwas "falsch machen", wenn Sie sich schneller überstimuliert, überfordert und "am Rand der Nerven" fühlen als normalsensible Menschen.
  • "Ich muss mich nicht mit andern vergleichen." Sie können ein wachsendes Bewusstsein darüber entwickeln, wer Sie eigentlich wirklich sind. Lernen Sie also, sich nicht mehr mit anderen zu vergleichen und nicht mehr zu versuchen, sich an deren Realität anzupassen. Dieser neue Weg braucht vielleicht viel Geduld. Ihre jahrelangen Gewohnheiten können Sie meistens nicht nullkommaplötzlich ändern, und ich würde denken, dass dies noch vermehrt der Fall ist, wenn Sie nicht mehr ganz jung und flexibel sind (obwohl hier positiv mitwirkt, dass HSP häufig "SpätzünderInnen" sind und sich auch im höheren Alter noch als recht "jung" wahrnehmen.)
  • "Wie nehme ich die Welt wahr?" Sie können damit beginnen, kontinuierlich Ihre Art der Wahrnehmung zu hinterfragen, zu studieren - und zu akzeptieren. Unsere persönliche Wahrnehmung kommt uns immer als die "richtige Sicht" vor: fragen Sie sich, ob es wirklich immer die "richtige" Sicht ist? Vielleicht nehmen andere Menschen ja eine Situation nur anders wahr - und wollen Sie z.B. gar nicht brüskieren und verletzen? Wir müssen lernen, sowohl unsere wie fremde Wahrnehmungen als das zu sehen, was sie sind: persönliche Wahrnehmungen.
  • "Ich habe keine Lust mehr, mich immer zu stressen." Wagen Sie es, vom Leistungsstress wegzukommen und sich dafür vielmehr mit Ihrer wachsenden Selbstachtung zu befassen.
  • "Ich werde mein eigener Manager, meine eigene Managerin..." Beginnen Sie damit, ein gesundes Selbstmanagement zu entwickeln, was viel mit Selbstverantwortung zu tun hat. Fragen Sie sich, ob Sie bis jetzt vielleicht noch nicht wirklich die Verantwortung für sich übernommen haben, weil Sie sich dazu nicht in der Lage gefühlt haben?
  • "Wie fühle ich mich eigentlich?!" Lernen Sie den Umgang mit Ihren Gefühlen. (Manchmal braucht dies professionelle Begleitung, gerade, wenn man leicht von Gefühlen überwältigt wird. Seien Sie diesbezüglich selbstverantwortlich.) Es könnte sein, dass Sie Ihre Gefühle gar noch nicht richtig kennen und einmal einen geschützten Rahmen brauchen, um sie kennen zu lernen.
  • "Ich entdecke meine starken Seiten..." Machen Sie sich also auf einen, Ihnen entsprechenden Weg, Ihre Energien nicht mehr in Gefühle des Andersseins, in Scham- und Schuldgefühle, Wut und Groll, Angst und Leiden, Rückzugstendenzen, Opferbewusstsein, Hilflosigkeit oder Unsicherheit etc. zu investieren, sondern zu entdecken, was Ihre Stärken sind.
  • "... und ich nehme meine Schwächen an." Versuchen Sie aber gleichzeitig, vorhandene Schwächen anzunehmen. Sich selber annehmen, wie sie sind, ist für HSP ein sehr wichtiger Lernprozess, da sie sich selber gegenüber häufig negative Gefühle - bis hin zum Selbsthass entwickeln können. Entwickeln Sie vielmehr ein Bewusstsein darüber, dass das, was Sie bis jetzt vielleicht auf vielfältige Weise gequält und blockiert hat, ein anderes Extrem besitzt: nämlich eine positive Seite, ein Potenzial.
  • "Was verbirgt sich hinter meinen Schwächen?" Reflektieren Sie: Könnte es z.B. sein, dass Ihrer, bis jetzt so ungeliebten "Überempfindlichkeit" oder "Hysterie" oder "Schüchternheit" oder "Pingeligkeit bis zur Zwangshaftigkeit"... vielleicht ganz andere Eigenschaften zugrunde liegen? Zum Beispiel eine hohe Feinfühligkeit, eine tiefe Intuition, unterschwellige Wahrnehmungsfähigkeiten bis zur 'Hellsichtigkeit', empathische Fähigkeiten, ein hoher Grad an Gewissenhaftigkeit, eine starke "kreative Ader"? (um nur ein paar Eigenschaften zu nennen...)
  • "Eigentlich habe ich einen klaren Durchblick!!" Machen Sie sich auch klar, dass ein schneller Überreizungszustand theoretisch wahrscheinlich auch Fähigkeiten zur Differenzierung und Selbstreflexion enthält, welche über das "normale" Mass hinausgehen.
  • "Wie kann ich mir helfen?" Und werden Sie sich bewusst, dass bedrohliche Gefühle wie zum Beispiel erhöhte Verletzlichkeit, Angst, Panik, Konkurrenzgefühle oder Schuldgefühle... nicht unwiderruflich zu Ihrem Leben gehören müssen, sondern mit Ihrer bisher nicht erkannten Hochsensibilität im Zusammenhang stehen könnten. Seien sie in der Erforschung dieser Punkte ausdauernd, holen Sie sich Hilfe, wenn nötig - und vergessen Sie Ihre bisherige Ausdauer in Eigenschaften wie, sich selber kleiner zu machen als sie tatsächlich sind.
  • "I am 'somebody' - ich bin 'jemand' - durch meinen Körper..." Der englische Ausdruck "somebody" ("ein Körper") für "jemand" zeigt sehr schön, dass es für einen Menschen eigentlich genügt, einen Körper zu haben, um daseinsberechtigt zu sein. Kennen und akzeptieren Sie Ihren Körper? Dies müsste zur Folge haben, dass Sie lernen, für sich in allen Lebenslagen wirklich zu sorgen. Die Zuwendung zu Ihrem Körper, falls Sie diesen bis jetzt vorwiegend "benutzt" haben, um auf dieser Erde zumindest irgendwie "sichtbar" und handlungsfähig zu sein, ist ein ganz wichtiger Punkt. Reflektieren Sie des weiteren, ob Sie ihren Körper bis jetzt gar abgelehnt – oder an verschiedene ÄrztInnen oder HeilerInnen "delegiert" haben, weil er Ihnen mehr Mühe als Freude bereitet.

Diese Aufzählungen sind nicht vollständig. Fügen Sie für sich selber das hinzu, was für Sie zusätzlich noch wichtig ist - und fassen Sie den Mut, sich auf den Weg zu machen, um belastende Umstände nicht mehr einfach zu dulden und hinzunehmen. Es gibt viele kleine und grosse Schritte und Möglichkeiten, aus Ihrer Hochsensibilität eine Kraft zu machen und das innewohnende Potenzial zu entdecken. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie dazu brauchen.
Wichtig: Falls Sie beim Lesen dieser Zeilen den Eindruck gewonnen haben, es werde hier eine "Leistung" von Ihnen gefordert, die Sie eh nicht erbringen können: Lesen Sie die Zeilen nochmals - und diesmal mit der Überzeugung, dass es hier nicht um Leistung geht. "Für sich selber zu sorgen" heisst nichts anderes, als sich selber wirklich wahrzunehmen und zu akzeptieren und "von diesem Punkt aus" sämtliche Schritte zu planen, mögen diese Schritte auch fern von jedem "normalen Durchschnitt" sein.

Und noch einmal möchte ich Ihnen sagen (siehe auch bei "Einführung"): Falls Sie sich in einer aktuellen Krise befinden: suchen Sie sich auf sorgfältige Art Hilfe. Sie verdienen das. Nicht alles ist im Alleingang machbar.

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