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Sind hochsensible Menschen anfälliger für psychiatrische Erkrankungen wie z.B. Schizophrenie?

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  • Selins Stiftung - gute Stimmen gegen böse Stimmen
  • Infos und Links auf der Website von Selins Stiftung
  • Hochsensibilität und psychiatrische Erkrankungen

Dieses Kapitel möchte auf eine schweizerische Stiftung zur Förderung der Früherkennung von Schizophrenie hinweisen. Ein betroffener Vater, dessen junge Tochter an Schizophrenie erkrankt war und ihrem Leben ein Ende gesetzt hatte, hat diese Stiftung gegründet - in der Überzeugung, dass im Bereich der Psychosen eine Früherkennung möglich wäre - und somit Jugendliche vor dieser schweren Erkrankung bewahrt werden könnten.

"Schizophrenie - ich doch nicht!" mögen einige denken - und "was hat das mit dem Thema Hochsensibilität zu tun?" Wir haben im gemeinsamen Austausch die These aufgestellt, dass Menschen, die an Schizophrenie erkranken, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit hochsensibel sind. Darum ist es wichtig, auf dieses Thema hinzuweisen und es bekannter zu machen: Über Schizophrenie gibt es viele falsche Vorstellungen und Vorurteile. Viele Menschen distanzieren sich von solchen Erkrankungen - im Glauben, dass sie das nie etwas angehen wird. Und doch kann es theoretisch uns alle plötzlich etwas angehen, wie es zum Beispiel Selins Familie erlebt hat...

Selins Stiftung - gute Stimmen gegen böse Stimmen

Selin (Foto Mangisch)

Selin war eine hochsensible, hochdifferenzierte und künstlerisch begabte junge Frau, die an Schizophrenie erkrankte. Im Schweizer Fernsehen wurde vor einigen Jahren ein Film ausgestrahlt über ihre Erkrankung und ihren Gang in den Tod.

Selins Vater ist überzeugt, dass seiner Tochter hätte geholfen werden können, wenn man die frühen Anzeichen ihrer beginnenden Krankheit erkannt hätte. Ist die Krankheit jedoch einmal ausgebrochen, ist es zu spät.

Die Website www.selins-stiftung.ch widmet sich der Früherkennung der Schizophrenie. Die Stiftung hat zum Ziel, die Kommunikations- und Netzwerkarbeit zur Erkennung von schizophrenen Erkrankungen bei gefährdeten jungen Menschen zu fördern. Dabei verfolgt sie drei Ziele:

1
Breites Erreichen eines Zielpublikums mit potentiell Betroffenen und ihrem sozialen Netz und nachhaltige Sensibilisierung für die Problemstellungen.

2
Aufzeigen von Möglichkeiten der Abklärung, Beratung und Behandlung zur Vorbeugung respektive Frühintervention bei durch Schizophrenie gefährdeter Entwicklung und Vermittlung von Vertrauen und Hoffnung in hilfreiche Problemlösungen.

3
Berücksichtigung von wissenschaftlich begründeten Methoden und von Erfolg versprechenden alternativen Hilfestellungen. Die Stiftung initiiert, koordiniert und finanziert dazu Projekte, Kampagnen und Produkte, welche zeitgemässe respektive neue Medien berücksichtigen (Presse, Hörfunk, Film, TV, Werbung, Multimedia, Internet). Die Stiftung äufnet ihre Mittel über Beiträge von Dritten und regelmässigen medienwirksamen Benefizanlässen.

Infos und Links auf der Website von Selins Stiftung

Auf der Website von Selins Stiftung gibt es eine wissenschaftliche Abhandlung von Dr. med. Andor E. Simon (Oberarzt Klinik Bruderholz/Baselland, Externe Psychiatrische Dienste, Leiter Spezialsprechstunde zur Abklärung und Behandlung psychotischer Frühphasen): ÜBER DEN MYTHOS DER SCHIZOPHRENIE mit folgenden Themen:

  • Schizophrenien gehören zu den so genannten Psychosen
  • Der Verlauf kann günstig sein
  • Früherkennung und frühzeitige Behandlung beeinflussen den Verlauf günstig
  • Problem Cannabis
  • Aufklärungsarbeit
  • Mangelnde Krankheitseinsicht
  • Spezialsprechstunden
  • Erste Anzeichen, Merkmale

Ebenso finden sich auf der Website Adressen, Literaturangaben, Links zum Thema, der Film über Selins Tod und anderes.

www.selins-stiftung.ch

Hochsensibilität und psychiatrische Erkrankungen

Schizophrenien gehören zu den selteneren Krankheiten (nach der oben erwähnten Abhandlung erkranken pro Jahr ca. 10 bis 20 Menschen pro 100'000 Einwohner an einer schizophrenen Psychose). Dieser Beitrag soll darum also keineswegs bei hochsensiblen Menschen Ängste wecken, dass sie nun plötzlich ein hohes Risiko hätten, an einer Schizophrenie zu erkranken. Hochsensible Menschen sollen nach bisherigen Aussagen immerhin 15 bis 20 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen.

Möglicherweise sind aber hochsensible Menschen (z.B. wegen ihrer speziellen Art der Wahrnehmung, ihrer Tendenz zur Überstimulierung oder wegen den hohen Anforderungen an Hochsensible, sich an die "normale Welt" anzupassen) generell anfälliger für psychiatrische Erkrankungen. (Für statistische Aussagen fehlen meines Wissens gegenwärtig noch wissenschaftlich erhärtete Untersuchungen.)

Zu dieser These ein Beispiel zu einer anderen psychiatrischen Erkrankung, der Borderline Persönlichkeitsstörung: An einem Symposium (Herbst 2001) zur Borderlinestörung erwähnte Prof. Dr. med. Martin Bohus, dass es zur Entwicklung einer Borderline Erkrankung zwei Voraussetzungen brauche: 1. eine genetische Veranlagung und 2. eine Traumatisierung.
Sicher wäre es interessant und sinnvoll, hier wissenschaftlich zu forschen, ob eine Verbindung bestehen könnte zwischen dieser "genetischen Veranlagung" und "Hochsensibilität als Veranlagung" - gemäss den Forschungen von Dr. Elaine Aron.

Auf jeden Fall macht es Sinn, in vermehrtem Masse die Aufklärungsarbeit bezüglich Hochsensibilität zu fördern und diesbezügliche wissenschaftliche Forschungen zu unterstützen, damit Hochsensibilität in Zukunft in zunehmendem Masse auch von der psychologischen Wissenschaft als ernstzunehmender Faktor anerkannt wird.

M.Schauwecker

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