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Hochsensibilität als Chance: wenn Erkenntnis Wandel möglich macht

Im Forum wurden einzelne Beiträge und Kapitel durch ein Update neu gegliedert:
Persönliche Berichte: allgemeine Berichte von Leserinnen und Lesern.
HS als Chance: Berichte, in denen die Erkenntnis über die eigene Hochsensibilität eine vorwiegend positive Wirkung entfalten konnte.
HS-Leidensberichte: Fälle, in denen Hochsensibilität auch Leiden bedeutet.
Die andern Kapitel im Forum sind unverändert geblieben.

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Die Autorin dieser Website behält sich vor, nur Beiträge zu veröffentlichen, die ethisch vertretbar erscheinen und dem Sinn und Zweck dieser Website entsprechen.

22.9.17
Sie haben mir und meinen hochsensiblen Kindern einen Weg eröffnet, unser Leben wieder zu genießen und uns so anzunehmen, wie wir sind. Die typischen Eigenschaften der Hochsensibilität sind bei uns allen dreien vorhanden, wenn auch in unterschiedlichen Formen und Spektren.
Gerade damit sind meine zwei Kinder im Alter von 10 und 5 Jahren immer wieder in Kindergarten und Schule angeeckt. Es wurde gesagt, sie hätten ADHS, Autismus, etc., bräuchten dringend Medikamente oder Therapien (Aussagen der Lehrer und Kindergärtnerinnen). Verunsichert und besorgt pilgerten wir also zu mehreren Kinderpsychologen, Ärzten und anderen Experten. Gott sei Dank wehrte sich unsere tolle Kinderärztin gegen eine ADHS- Abstempelung, verschrieb meinem großen Sohn Ergotherapie, in der sein Selbstbewusstsein zwar wieder aufgebaut wurde, die aber seine "Symptome" nicht veränderte. Er fiel immer noch auf in der Schule und wurde immer trauriger. Eine Schulpsychologin begleitete ihn kurze Zeit, beruhigte mich, dass er eben hochsensibel sei und schulte seine Lehrerin darauf, auf seine besonderen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Der Schulleiterin missfiel dies, sie zog die Lehrerin von der Klasse ab und beharrte weiterhin auf Untersuchungen, speziell auf Autismus. Gutachten, die dies bei ihm ausschlossen, akzeptierte sie nicht.
Seit dem Schulwechsel zur 5. Klasse geht es ihm besser, er ist wieder fröhlich und glücklich. Aber immer noch dünnhäutig, verträumt, aufbrausend bei zu vielen Eindrücken, nachdenklich... aber zufrieden. Jetzt endlich, nach 4 Jahren in der Grundschule, in der er immer als krank, unnormal und gestört galt, habe ich Ihre Seite entdeckt. Was für eine Erkenntnis, was für eine Erleichterung. Ich verstehe endlich mich, und ich verstehe endlich meine wundervollen Kinder und wie wundervoll sie eigentlich sind!
Aber das anderen zu vermitteln, besonders denen, die für Ihre Betreuung und Entwicklung zuständig sind, wird noch ein langer steiniger Weg. Dafür sind "Störungsbilder" (ich persönlich finde, man solte sie mit "Besonderheiten" titulieren, denn auch sie bringen positive Eigenschaften mit sich und kein Kind hat sie sich ausgesucht, um die Welt damit schlechter zu machen!) wie Autismus und ADHS in Deutschland leider viel zu "up to date".
Bei meinem kleinen Sohn geht es genau so los. Autismus und ADHS wurden auch bei ihm von der Kinderärztin schon ausgeschlossen. Aber der Druck auf die Kinder und auf uns Eltern hört nicht auf. Er ist anders (am besten beschreibt ihn der "Hyper-Typus des hochsensiblen Kindes auf Ihren Informationsseiten), aber ein Kind darf heutzutage nicht anders sein, keinen Charakter haben, keine Ecken und Kanten, sondern soll angepasst, pflegeleicht und immerzu freundlich, hochkonzentriert und folgsam sein.
Meine Kinder werden jetzt nicht mehr zu Untersuchungen bei Kinderpsychologen oder ähnlichem gehen müssen. Ich werde, obwohl es mir als selbst von HS Betroffene schwerfällt, versuchen um Akzeptanz und Verständnis für meine Kinder zu werben, aufzuklären, hinzuweisen und betroffene Erzieher und Lehrer bitten, sich zu informieren und den Kindern Möglichkeiten zu schaffen, trotz oder gerade wegen ihrer besonderen Empfindungen, fair und auf Augenhöhe behandelt zu werden. Bei meinem großen Sohn hat die Intervention der Schulpsychologin und ihre Änderungsvorschläge - die so einfach und umsetzbar waren - zu großen Erfolgen geführt. Zwar nur bis die mitwirkende Lehrerin "abgezogen" wurde, aber der Erfolg und die Erleichterung waren da, für alle Beteiligten, besonders aber für mein Kind.
Es wird ein steiniger Weg, ich werde oft genug weinend und vor Wut verzweifelnd die Ignoranz der Welt beklagen, aber normalsensible Menschen haben sich dieses Unverständnis und ihre vergleichsweise beschränkte Emotionalität nun mal auch nicht ausgesucht. Wenn ich Akzeptanz von anderen mir und meinen Kindern gegenüber verlange, muss ich auch andere so akzeptieren, wie sie sind. Es fällt allerdings manchmal, gerade an den Punkten, an denen man selbst oder die eigenen Kinder abgestempelt werden sollen, sehr schwer.
Ich danke Ihnen hiermit von ganzem Herzen für Ihr Engagement und Ihre Arbeit, für Ihre einfühlsamen Texte und umfassenden Informationen.
Mein Mann und ich werden versuchen, unsere Kinder einfühlsam und ihren Empfindungen entsprechend zu erziehen. Sie sollen sich nicht dafür schämen oder ihre Besonderheiten verstecken, aber sie müssen lernen, mit der Welt um sie herum so gut wie eben möglich, zurecht zu kommen. Wir werden uns Unterstützung suchen, aber auch unseren eigenen Weg gehen und all das mehr als gleitenden, lebendigen Prozess sehen, denn als eine sofort eintretende schnelle Veränderung. Bei all den anstehenden Aufgaben und guten Vorsätzen werde ich allerdings auch versuchen, auf mich selbst zu achten und eigene Ruhephasen nicht zu vernachlässigen. Mein Hang zum Ehrgeiz und Perfektionismus erschwert mir leider gerade Letzteres zu gern.
Ich bitte Sie, im Rahmen Ihrer eigenen Kräfte weiter zu machen und nie aus den Augen zu verlieren, dass Sie so vielen Menschen neuen Mut gegeben haben.
Und vielleicht wird das Thema Hochsensibilität irgendwann so bekannt sein, dass Betroffene innerhalb der Gesellschaft mehr Anerkennung und Akzeptanz erfahren können. Und irgendwann vielleicht - so meine Hoffnung als Mutter - werden mehr Eltern von betroffenen Kindern auf diesen Seiten fündig, beruhigt und gestärkt, sodass sie selbst ihre Kinder annehmen, beschützen und stärken können.
Herzliche Grüße, Y.W.

18.9.17
Ich bin so froh, das ich auf ihre Seite gestossen bin. Einfach so. Weil es gut tut. Ich fühl mich hier in dieser Welt bei ihnen sehr wohl. Ich bin 53 Jahre und froh, dass ich immer noch da bin. Da bin ich stolz drauf. Ich habe all das nicht gewußt, was hier erklärt ist, aber ich habe es selbst herausgefunden, vieles mache ich so, wie es hier geraten wird. Ich möchte etwas erzählen. Wegen der Dünnhäutigkeit. Ich habe immer schlimme Hautreaktionen gehabt.Ich war auf alles allergisch. Sogar auf Wasser. Ich mache seit 10 Jahren Balsame für meine Haut. Ich empfinde sie wie eine zweite Haut. Ich weiss nicht, wieso und warum ich das plötzlich konnte, aber ich hatte nie mehr schlechte Haut, solange ich sie nehme. Und erst vor einigen Jahren wurde festgestellt, dass meine Haut wirklich dünner ist, so dünn wie die eines neugeborenen Babys.
Ich habe vom Schöpfer in dieser Zeit eine Gabe bekommen: wie man Balsame macht, die solche Haut und eine solche Seele schützt. So wurde aus einer Fähigkeit, die eher eine Last war, etwas Schönes. Ich liebe diese Möglichkeit, alles was ich fühle nun einzutüten. Fragen sie mich nicht, wie ich das mache, aber es funktioniert. Ich weiss, wie sich was am Ende anfühlen muss, um zu helfen. Es ist, als würde die Krem mit der Seele reden, und sie wird wie behütet. Das wollte ich ihnen erzählen. Bei anderen hat sie auch Wirkung. Es ist schön, wenn man so fein fühlt und zu erfahren beginnt, wozu es nützlich ist. Seit dieser Zeit mit der Hilfshaut gehe ich sehr achtsam mit mir um, und immer mehr Feines zeigt sich. Meine Welt ist wunderschön, voll, bunt und sanft, aber auch kraftvoll in mir, in meiner kleinen Welt, aber noch immer finde ich keinen Weg, all meine Schätze zu teilen. Ich werde mich weiter damit beschäftigen, ihre Seite weckt meine Hoffnung. Liebe Grüße und Danke für die Vernetzung mit Gleichfühlenden. K.R.

3.3.16
Liebe Frau Schauwecker, ganz großen Dank für Ihre mühevolle Arbeit! Ich bin dankbar, auf diese Seite heute gestoßen zu sein, sehe mich hier als HSP wieder bestätigt. Stimmungen in der eigenen Familie wie auch in der Sippe gingen mir unter die Haut; ich fühlte mich als Fremde. Trotz großer Bemühungen konnte man es keinem Recht machen, jahrelange rannte ich als vermeintlicher Retter meinem herzkranken Vater, meiner depressiven Mutter und meiner panikattackengeschüttelten Schwester hinterher. Und ich frage mich oft, "wie habt ihr das ausgerechnet dem jüngsten Mitglied dieser Familie zumuten können?" Weil genau diese Frau, nämlich ich, dazu aufgefordert wurde, in medias res zu gehen. Die Bühne, die Oper, Musik, Zeichnen, Schreiben zogen mich schon als Kind an. Bis auf das Schreiben lagen die Talente während der "vernünftigen Phase" = Berufsfindung, Familie gründen etc. brach. Ich funktionierte gut, aber war nicht glücklich. Bis ein zauberhafter Zivi vor 10 Jahren in mein Leben trat und meinte "Theater ist auch was für dich." Wie recht er hatte; so manches andere lag zu der Zeit verquer: die Ehe, die langweilige Arbeit, der tagtägliche Trott. Alles brachte ich durcheinander: Ehe: gecancelt: Job: gecancelt. Sinn stiften: eigene Wohnung, mich meiner Tochter von Herzen widmen, wieder selbst auch Kind sein - und Theaterluft schnuppern. Alle meine Talente lebe ich an einem Privattheater aus, dort werde ich geschätzt, bin unter Gleichgesinnten - man betitelt mich als "best girl" - und darf dort auch die "Fremde" sein, die nachts Ideen entwickelt und kommuniziert. Dort darf ich gaga sein; sie lieben es - und sie wundern sich auch;-). Wenn alle anderen in den Federn liegen, ziehe ich die Kraft aus der Nacht und ihrer Ruhe. Lg, B.

18.11.15
Sehr geehrte Frau Schauwecker, danke für die sehr aufschlussreiche Website. Mir gefällt, dass Sie von Ihrem persönlichen Erleben ausgehen. Danke, dass Sie als Therapeutin den Mut hatten, aus Ihren Schneckenhaus raus zu gehen und Ihre Betroffenheit sichtbar zu machen.
Bis hierher ist es eine gleichermaßen authentische und fachkundige Auseinandersetzung mit dem Thema geworden. Seiten wie Ihre machen Hoffnung, dass gerade bei der sogenannten Berater- und Therapeutenzunft in Zukunft ein bisschen mehr Sensibilität für das Thema entsteht.

Das Schlag-Wort "ressourcenorientiert", das im sogenannten "Helfersystem" so gern benutzt wird, finde ich vom Ansatz her eigentlich sehr gut. In der Praxis heißt das m.E. aber leider auch oft: "Aha, du hast mir da eine Schwachstelle von dir benannt/gezeigt, treten wir doch einfach nochmal kräftig nach. Mal sehen, vielleicht ist so ein wohlmeinender Tritt ja ganz heilsam und du rappelst dich von allein wieder auf"! Für manch Empfindsame/n war der Tritt wohl doch zu heftig, der ein oder andere und mag dabei womöglich "über dem Zaun hängen geblieben" sein. Was mich persönlich betrifft, so habe ich das Procedere zwar überlebt, finde die Methoden, insbesondere gegenüber Menschen mit HS, PTBS und Traumafolgestörungen sowie psychischen Erkrankungen allgemein zumindest zu überdenken.

Es ist ganz richtig, was Sie schreiben: Verletzlichkeit ist eigentlich keine Schwäche. In unserer Leistungsgesellschaft werden Verletzlichkeit und Empfindsamkeit jedoch wohl eher als lästige und hartnäckige "Krankheit" wahrgenommen, die es abzutrainieren gilt. Die Toleranzschwelle, was nach allgemeinem Konsens der Umwelt noch an Andersartigkeit oder Individualität akzeptabel erscheint, wird zunehmend kleiner. Als Betroffene habe ich dies bezüglich einen sehr langen und schmerzhaften Anpassungsprozess hinter mir und finde es sehr schwer, als Einzelne aus sich selbst heraus zu einem Standpunkt zu gelangen, dass ich zu mir stehen kann und eine vermeintliche Schwäche als Stärke begreife, ohne z.B. in einer Gruppe ständig zum "Problemfall" zu werden.
Wie sehr wünsche ich mir ein selbstverständliches Miteinander der Menschen, so wie sie sind!!!
Ist es nicht an der Zeit, dass sich Therapeuten/Berater bei aller berechtigten Abgrenzung und Distanz zu ihren Klienten doch auch mal auf ein wenig Feingefühl, Empathie und Authentizität besinnen? Allzu oft hatte ich den Eindruck, dass das berechtigte Interesse, dass der Klient 100% funktionsfähig wird, absolut vorherrschend war. Wie wirkte sich das auf das Vertrauensverhältnis und die Glaubwürdigkeit aus? Ist es die Aufgabe allein des Klienten diese Hürde zu überwinden, Transparenz und Vertrauen wieder herzustellen?

Ich erinnere mich, dass es sich oft als anstrengender Kampf und Stress darstellte anfühlte und darstellte, die eigene Befindlichkeit überhaupt auszusprechen, ehrlich zu sein und zu sagen, das kann ich nicht mehr in vollem Umfang leisten. Gern gebe ich den Teil, der noch geht, alles darüber hinaus, da muss ich leider nein sagen. Die Situationen, die mir spontan einfallen, wo das in Ordnung war und akzeptiert wurde, ohne Wenn und Aber, die sind leider immer noch sehr selten. Im Rückblick hat es sich immerhin gelohnt, drangeblieben zu sein und um wichtige Einsichten reicher geworden zu sein.
Aber, wie etwas nicht Sichtbares meinem Gegenüber erklären, der doch verständlicherweise vorrangig auf Werte geeicht ist wie z.B. sich stets und überall als fachkompetenter, kommunikativer, lösungsorientierter, leistungsfähiger Teamplayer zu erweisen.
Seinen eigenen Weg zu gehen und anderen zu erklären, das erfordert Mut und ein zumindest ebenso hohes Maß an kommunikativer und sozialer Kompetenz. Ihre Arbeit ist daher sehr wichtig, ich möchte Sie ermutigen mit Ihrer Seite weiterzumachen.
Vielen Dank für Ihr Engagement und alles Gute für Ihre Arbeit! A.Z.

23.5.15
Hallo Marianne, ich hoffe es ist okay dich mit Du anzusprechen? Mein Name ist A. und deine Internetseite hat mir gerade ziemlich viel Verständnis entgegengebracht, denn ich habe schon sehr früh gemerkt, dass mit mir irgendwas anders ist. Tatsächlich denke ich mittlerweile seit 21 Jahren ich wäre einfach nur extrem schüchtern und introvertiert und dass andere Menschen ihre Unsicherheiten einfach nur besser überspielen könnten als ich. Vorgestern bin ich zum Ersten Mal auf den Begriff HSP gestoßen und mir stand die Kinnlade offen, als ich gelesen habe wodurch sich Hochsensibilität charakterisiert. Plötzlich machte alles Sinn und ich kam mir angenommen und nicht mehr wie ein Mensch eines außerirdischen Planeten vor.
Meine Kindheit war sehr anstrengend und ich habe erstaunlich viele Erinnerungen an wichtige, aber auch an total bedeutungslose Momente. Sogar an belanglose Kleinigkeiten aus meinem 2. oder 3. Lebensjahr kann ich mich erinnern oder Gefühle, die ich als kleines Kind hatte, ohne weiteres hervorrufen. Zum Beispiel weiß ich bis heute noch wie ich das erste Türchen meines allerersten Adventskalenders aufmachte und kann mich an den Geschmack der Schokolade erinnern, der nicht mit dem heutigen Geschmack von Schokolade zu vergleichen ist - aus welchen Gründen auch immer. Und es mag verrückt klingen, aber ich kann mich in einem Raum aufhalten und die Wahrnehmung des Raumes ändern, dass der selbe Raum plötzlich ein ganz anderes Wirken auf mich hat. Zumindest bei großen Räumen, in denen ich davor noch nicht bzw. selten war. In meiner Kindheit war ich ziemlich ruhig und neue Umgebungen haben mir schon immer Angst gemacht. Meine Eltern erzählen mir heute oft, dass sie damals gedacht hätten ich wäre taubstumm, da alle anderen Kinder in meinem Kleinkindalter anfingen Aufmerksamkeit durch erste Sätze auf sich zu ziehen, ich jedoch nicht einmal darauf reagierte wenn mein Name gerufen wurde. Zu sprechen habe ich extrem spät begonnen und jeder Kindergartentag startete mit Tränen und endete mit Tränen falls meine Mutter nur eine halbe Minute zu spät am Zaun stand um mich wieder abzuholen. Ich scheute mich vor Menschenmassen, jedoch auch vor der Einsamkeit. Ich suchte mir von Klein auf immer eine Person auf die ich mich konzentrierte. Ich kann mich bis heute an meine Strategie erinnern die Saftflasche synchron mit meinem besten Kindergartenfreund zum Mund zu führen und zu trinken, um zur gleichen Zeit aufs Klo gehen zu müssen, damit ich nicht 2 Minuten ohne meinen Spielpartner auskommen musste. (zu Informationszwecken - die Strategie ging trotz genauer Beobachtung leider nie auf) Als ich eingeschult wurde startete jeder Tag weiter mit Tränen, ich war die einzige die jeden Tag bis zum Klassenzimmer gebracht werden musste und heulte als ich allein zurück gelassen wurde. Während alle anderen anfingen Freundschaften zu knüpfen und eine spaßige Zeit in der Schule hatten kam ich mir jeden Vormittag wie in einem Gefängnis vor mit Menschen die total anders zu sein schienen und ganz ohne Herzrasen die Hand heben konnten, um am Unterricht teilzunehmen. Wir hatten zwei Schüler in unserer Klasse die mit einer Lernschwäche zu kämpfen hatten und in den Hauptfächern in einem extra Raum unterrichtet wurden. Nach einiger Zeit wurde ich aus der Klasse mit meinen anderen Schulkollegen genommen und zu den zwei Lernschwächeschülern gesetzt und zusammen mit ihnen unterrichtet. Mittlerweile habe ich mein Abitur mit einem, meiner Meinung nach, wirklich ansehnlichen Schnitt. Nur war der damalige Unterricht einfach nicht auf meine Lernbedürfnisse ausgelegt und die Tatsache dass ich nie etwas von mir gab, aus Angst es könnte falsch sein, verbesserte nicht gerade die Sicht auf meine Leistungen. Die vierte Grundschulstufe wiederholte ich sogar, da ich aus der Sicht der Lehrer nicht mit den anderen mithalten konnte. Ich schlug mich durch die 9 Jahre Pflichtschule und war immer diejenige die bei der Paartanzwahl im Musikunterricht als einzige ohne Partner übrig blieb, weil mich jeder als Langweiler und extrem schüchtern abstempelte und ich es schaffte meine Hilflosigkeit und Andersartigkeit ziemlich gut auszustrahlen. Nachdem ich auch die 9 Pflichtschuljahre hinter mich gebracht hatte entschied ich mich für eine schulische kaufmännische Ausbildung weil ich mich nicht gewappnet dafür fühlte in einen Betrieb zu gehen und dort mit noch mehr verschiedenen Menschen als in einem Klassenraum konfrontiert zu sein. Die Ausbildung dauerte 3 Jahre und die ersten 2 Jahre waren ein ziemlicher Albtraum. Die größte Angst an jedem Schultag hatte ich vor der großen Pause, weil ich immer diejenige war die allein am Platz sitzen blieb und versuchte ihr Pausenbrot so langsam wie möglich zu essen, um wenigstens beschäftigt auszusehen. In der Abschlussklasse änderte sich plötzlich alles. Dadurch dass ich genug Zeit hatte meine Klassenkameraden aus der Ferne kennen zu lernen taute ich plötzlich auf und wurde sozusagen beliebt und hatte sogar eine beliebte beste Freundin in der Klasse. Ich hatte das Gefühl meine Schüchternheit, mit der ich mir meine komplette Vergangenheit erklärte, endlich abgelegt zu haben. Leider war es die Abschlussklasse und es war wieder an der Zeit für mich einen neuen Weg einzuschlagen. Um meine Ängste und Schüchternheit endgültig aus dem Weg zu schaffen entschied ich mich auf volles Risiko zu gehen - ich entschied mich für ein Au-Pair Jahr in den USA. Im Nachhinein bin ich selbst ganz schön schockiert von meinem Mut, aber die Abschlussklasse gab mir das Gefühl meine Schüchternheit endlich über Bord geworfen zu haben. Ich bemerkte aber ziemlich schnell dass ich mir weiters sehr schwer tat mich in einem neuen Umfeld zurecht zu finden. Es war nicht leicht und ich hatte ziemlich Pech mit meiner ersten Hostfamilie die ich dann sogar nach einem halben Jahr wechselte. Im Nachhinein staune ich wirklich über meinen Mut, weil ich mir nicht sicher bin ob ich die gleiche Entscheidung wieder treffen würde, wenn ich gewusst hätte was alles auf mich zukommen würde. Dafür war meine zweite Hostfamilie ein wahrer Traum, und ich war tatsächlich letzten Monat wieder in den USA um sie für 2 Wochen zu besuchen. Eine tolle Familie, zu der ich ein fast noch besseres Verhältnis habe, als zu meiner biologischen. Da man als Au-Pair die Aufgabe hat sich um die Kinder von vielarbeitenden-Eltern zu kümmern, ist mir aufgefallen, dass ich einen ziemlich guten Draht zu Kindern habe. Das war mir zwar schon vor der Entscheidung Au-Pair zu werden bewusst, aber aus irgendeinem Grund sind Kinder auf der Stelle begeistert von mir, während ich mir im Umgang mit Gleichaltrigen ziemlich schwer tue von mir zu überzeugen. Jedenfalls bin ich froh das Experiment Auslandsjahr gewagt zu haben, da ich denke dass es mich auch persönlich weitergebracht hat. Noch dazu habe ich meinen Freund, mit dem ich nun schon 2 Jahre zusammen bin dort kennen gelernt. Es braucht schon ziemlich viel Geschick sich in den USA seinen ersten Freund zu angeln, der dann sogar noch aus Deutschland ist und nur für 3 Tage zu Besuch in die Staaten gefahren ist. Es ist nicht leicht eine Beziehung zu führen, wenn man sich selbst als emotionales Wrack sieht und eigentlich keine Ahnung hat was mit einem los ist. Trotzdem klappt es ziemlich gut, es ist zwar noch dazu eine Fernbeziehung, aber wir vertrauen uns blind und die Tatsache dass er auch eine sehr sensible Seite an sich hat macht die Beziehung ziemlich harmonisch. Jedenfalls dachte ich bis vor 2 Tagen, dass ich einfach eine extrem introvertierte Person bin die mittlerweile die Aussagen von anderen akzeptiert hat und sich schon von selbst in die Schublade der Ruhigen und Schüchternen gesteckt hat. Doch jetzt habe ich eine ganz neue Sicht meines Seins bekommen. Ich bin eine sehr hochsensible Person, ich habe eine extrem kreative Ader, mir fallen unglaublich schnell Dinge auf die anderen verborgen bleiben und ich bin diejenige die bei Problemen um Rat gebeten wird weil ich so ein unheimlich großes Einfühlungsvermögen besitze und mich gerne um andere kümmere. Ich bekomme gerade eine ganz neue Perspektive über all die Dinge die ich bisher erlebte und dachte ich wäre darin verloren gegangen. Ich habe zwar immer noch ein großes Problem damit mich selbst anzunehmen und bin noch im Prozess der Selbstfindung, aber ich denke es ist ein Schritt in die richtige Richtung mir bewusst zu machen, dass ich hochsensibel bin und mein Gehirn Dinge einfach anders verarbeitet als bei dem Durchschnitt. Trotzdem denke ich, dass die Talente die HSP mit sich bringen in unser heutigen Gesellschaft nicht wirklich angesehen werden? Zählt es auf dem heutigen Arbeitsmarkt nicht viel mehr extrem leistungsfähig, kommunikativ und produktiv zu sein anstatt gut zuhören zu können, kreativ und einfühlsam zu sein? Ich bin von Kind auf jeden Sonntag in die Freikirche mitgenommen worden, ich bin sozusagen mit der Gewissheit aufgewachsen dass ich einen Papa im Himmel habe, der mich liebt und der auf mich aufpasst. Davon bin ich auch heute noch überzeugt. Ich weiß, dass er mich gut gemacht hat so wie ich bin, und das meine Hochsensibilität nicht zufällig in mich reingelegt worden ist, sondern ich glaube, dass er einen besonderen Draht zu Menschen hat, die in dieser Welt als zurückgeblieben gelten. Es hat gerade sehr gut getan mir die ganzen Worte von der Seele zu schreiben und ich bin allein dadurch schon auf viele neue Erkenntnisse gestoßen. Vielen Dank für diese Möglichkeit! Liebe Grüße, A.

12.11.14 Zum Leserbrief vom 1.3.12, in "Persönliche Berichte"
Soeben habe ich den aufrichtigen und berührenden, bewegenden Brief des jungen Mannes vom 1.3.2012 gelesen. Bei mir war das so, dass ich bis zu meinem 28. Lebensjahr die Hochsensibilität nicht wahrhaben wollte. Das heisst, dass ich immer schon viel wahrgenommen habe, aber dieses Wahrgenommene, wie bereits erwähnt, nicht wahrhaben wollte. Da gab es zb eine Situation am Flughafen Zürich, wo ich vor lauter vieler Eindrücke, hauptsächlich Schwingungen und Stimmungen "in der Luft", fast nicht mehr wusste, wo "hinten und vorne ist" - dennoch war es mir in diesem Moment nicht wirklich bewusst, dass das nicht nur meine Emotionen sind, die ich in diesem Moment am Flughafen wahrgenommen habe. Aber wie bereits geschrieben, wollte ich dieses Wahrgenommene dazumals nicht wahrhaben. Dieses verdrängen wollen und nicht akzeptieren der Hochsensibilität hatte zur Folge, dass ich mit der Zeit in einem inneren Krieg mit mir selber war. Dieser innere Krieg wurde mit der Zeit so heftig, dass mir schlussendlich nichts mehr anderes übrig blieb, als meine Hochsensibilität anzuerkennen, Ja zu ihr zu sagen und als Aspekt meiner Selbst nicht nur anzunehmen, sondern auch lieben zu lernen.
Als hochsensibler Mensch bin ich nicht besser oder schlechter als ein "normal" sensibler Mensch, aber in vielerlei Hinsicht anders. Ein "normal" sensibler Mensch kann sich vielleicht nicht vorstellen, wie das wirklich ist, im Flughafen an einem Gate zu warten und die vielen verschiedenen "Schwingungen und Stimmungen" wahrzunehmen, die da alle im Raum sind. Aber auch ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie das ist, an einem Gate zu warten und alle Stimmungen von anderen Menschen um mich herum nicht wahrzunehmen.
Ich möchte jedem Hochsensiblen Menschen ans Herz legen, dass er trotz den vielen Schwierigkeiten, die die Hochsensibilität mitbringen kann, beginnt, einfach ja zu Ihr zu sagen.
Allein durch dieses Ja, kann sich einiges ändern und man realisiert vielleicht, dass die Hochsensibilität auch individuelle Gaben und viele schöne Möglichkeiten für das Leben in sich birgt. Herzlicher Gruess, D.D.

24.5.14 Song zum Thema HSP
In einer schwierigen Lebensphase (vor ca. 1 Jahr) habe ich einen Song zum Thema HSP geschrieben und möchte ihn gerne Interessierten Ihrer Homepage zur Verfügung stellen und mit Ihnen teilen. Sie können sich den Song auf meiner kleinen Homepage unter www.beckyadam.wordpress.com gerne anhören und auch etwas über mich als Person erfahren.
Der Song soll zur Ermutigung dienen und Gleichgesinnte anspornen, Ihr "Anders-Sein" zu bejahen.
Viele Grüße, Rebekka Gerlach, Singer/Songwriter

26.2.14 begeistert...:-)
Hallo Marianne, ich bin gleich mal so "frech" und fang mit dem DU an. Es ist für mich einfach stimmig. Wenns Dir nicht passen sollte, fühle Dich bitte einfach frei - mich zu siezen. :-)
Ich bin C., HSPlerin, werdende Mama - freuuuuuu - und bin auch Dich aufmerksam geworden - weil ich in Google folgenden Suchbegriff eingegeben habe: gesunde Abgrenzung.
Und so bin ich auf Deiner Seite gelandet. Und ich muss sagen, ich bin von der ersten Seite an gefesselt, welch schönes und auch fundiert reflektiertes Wissen Du hier nach außen trägst.
Ich bin seit 9 Jahren auf "meinen Weg" am Gehen, nachdem ich damals eine tiefe Sinnkrise gehabt habe. Seitdem folge ich meinem Herzen, hab mein Leben komplett neu strukturiert, organisiert, habe viele persölichkeitsentwickelnde Coachings und Seminare besucht, habe da auch erfahren - dass ich HSPlerin bin, habe mich - und mache es immer noch - in Reflexion meiner Vergangenheit gestellt und werde immer wacher und klarer - WER ich bin, warum ich bin - und irgendwie ändert sich doch ständig alles neu.
Ich wollte Dir hiermit mal meinen besonderen Dank und meine Hochachtung aussprechen für Deine Worte, die Du hier gefunden hast auf Deiner Internetpräsenz. Ich kann das alles sehr greifen, nachvollziehen und es zeugt für mich auch von großer Reflektionsgabe und Lerngabe.
Es ist eine Freunde für mich, solche Menschen wie Dich (nachhaltig orientiert wirklich wachsen wollen) kennenzulernen und würde mich einfach freuen, wenn wir - irgendwie - wird sich zeigen wie - in Kontakt bleiben können. Mit herzvollen Grüßen C.S.

12.1.14 Erfahrung
Vorwort der Website-Autorin: Als ich diesen Brief und den Link hier ins Forum einfügen wollte, blieb ich an der eindringlichen Geschichte "hängen" und warte nun selber gespannt auf die Fortsetzungen...: sehr spannend und empfehlenswert - mit einer hochsensiblen Protagonistin, deren Gedankengänge äusserst differenziert beschrieben werden. (M.Sch.)

Liebe Frau Schauwecker, herzlichen Dank für Ihre wundervolle Arbeit auf dieser Website. Mir sind eben einige Groschen gefallen. Ich möchte kurz jemandem von meiner Erfahrung erzählen.
Dass ich "anders" bin als mein Umfeld, weiss ich schon seit ich denken kann. Aber das "Anderssein" wird ja irgendwann einfach zum Normalzustand. Diesen Sommer habe ich ohne zu überlegen angefangen, ein Buch zu schreiben. Ein Buch über eine Geschichte, die in groben Zügen schon lange in meinem Kopf ist (wie so vieles andere auch ;-)). Die Story kreiert sich nun aber fast von selbst, ich beobachte nur die Bilder vor meinem inneren Auge und versetze mich in die Personen hinein, um zu erfahren, wie es weitergeht. In der Geschichte gibt es eine Ich-Erzählerin. Da mischen sich unweigerlich autobiografische Züge rein. So sitze ich nun stundenweise am Pult und beobachte meine Gedanken, meine Gefühle, meine inneren Bilder. Während ich schreibe erlebe ich eine Art Dialog mit meinem höheren Selbst, das mir über das Schreiben aufzeigt und erklärt, wie ich selbst funktioniere. So verständlich, wie ich es in Worte fassen kann, hätte ich es selbst gar nicht denken können.
Ich bin ganz beglückt darüber einen Weg gefunden zu haben, mein Innenleben fassbarer zu machen. Unter anderem habe ich dadurch auch auf diese Website gefunden, was mir wiederum den Denkhorizont öffnet. Das Leben ist manchmal sehr überraschend :-). Vielleicht habe ich irgendwann genug Mut um mich noch mehr auf den inneren Facettenreichtum und das Schreiben zu konzentrieren. Es bringt mein Herz zum Singen.
Die Geschichte: www.das-buch-entsteht.blogspot.ch
Ich grüsse Sie ganz herzlich und wünsche Ihnen tausend Glücksmomente! S.B.

8.1.14
Liebe hoch sensible Menschen, ich bin Bildende Künstlerin mit hoher musischer Begabung auf vielen Gebieten, wie Musik, Kunst, Bildhauerei. Im Januar 2014 lese ich das Buch "Das hochsensible Kind" von Elaine Aron - und finde mich in jeder Zeile darin wieder, ich erkenne, dass ich eine HSP bin und fühle mich überglücklich, endlich nach Hause gekommen zu sein. Gefühlt habe ich das ja schon immer, aber das bestätigt zu bekommen, das ist das größte Glück für mich, denn nun verstehe ich mein gesamtes Leben, meine Kinder und Enkelkinder, mein Denken, Fühlen und Handeln, all meine Entscheidungen und Entscheidungsschwierigkeiten bezüglich Herkunftsfamilie, Beruf, Arbeit, Beziehungen usw.
Ich möchte allen HSP und Nicht-HSP, allen Eltern, Lehrern, Pädagogen, Therapeuten und nach sich selbst Suchenden dieses großartige und differenziert geschriebene Buch empfehlen: Mir gibt es persönlich viel Kraft und Bestätigung.
Auch für die Website von Marianne Schauwecker, die ich jetzt entdeckt habe, bin ich sehr dankbar. Was es hier alles zu lesen gibt, bereichert mich, herzlichen Dank, liebe Marianne.
Ich möchte anderen HSP Mut machen, an diese besondere Gabe der Feinfühligkeit zu glauben, sie als ein großes Geschenk wertzuschätzen und dazu zu stehen, auch wenn wir HSP uns so oft anders und vereinsamt fühlen in der Gesellschaft der Nicht-Hochsensiblen. In anderen Kulturen suchen Weise und Eremiten geradezu diese Einsamkeit.
So heißt ein schönes Zitat: "Nur in der Stille findest du zu Gott."
Herzliche Grüße, S.D. aus Bremen

14.11.13 Danke
Liebe Marianne Schauwecker! Auch wenn die Danksagungen sich in Ihrem Postkasten sicher häufen, möchte ich diesen noch um eine weitere beschweren.
Ganze fünfzig Jahre habe ich werden müssen, um nun mit großer befreiender Wirkung von der Hochsensibilität zu erfahren, auch dank Ihrer wunderbaren Website. Mit Dankbarkeit kann ich aber auch zurückblicken, denn meine tief verletzte, zurückgezogene Seele hat über die Jahre in der Kunst ein wundervolles Ausdrucksmittel gefunden. So wurde es mir möglich, meinen Zugang zur Welt, mein Wissen und meine Erfahrungen zu verarbeiten und über mich selbst hinauszuwachsen. Als Mutter von vier Kindern habe ich dabei oft viel zu viel von mir verlangt und war großer Belastung ausgesetzt. So habe ich jahrelang Raubbau an der eigenen Gesundheit betrieben, was sich nun leider sehr bemerkbar macht und mich zum Umdenken zwingt. Nun, da ich in diese hier so viel beschriebene Phase des "danach" eintrete, bin ich guten Mutes, dass ich auf meinem Weg die für mich stimmigsten Möglichkeiten finden kann und vorallem wahrhaft mehr Freude daran empfinden werde, genauso zu sein wie ich eben bin. Mit vielen Grüßen von Herzen! Anne Busch

28.2.13
...ich musste nun 51 werden um zu erkennen, was mit mir los ist. was anders ist.
seitdem schreibe ich, fotografiere und mache wieder musik mit einem neuen selbstverständnis. und merke, das ich die herzen anderer erreiche. vielen dank für ihre seite,
achimdietz.blogsport.de

29.1.13 alles wirkliche leben ist begegnung:)
hallo marianne, danke für diese website !!
..mimose, sensibelchen.. od du bist doch nicht normal.. sind nur einige bezeichnungen für mein "kind-da-sein" gewesen..
ich war erst sprachlos, als ich auf deine homepage stieß.. und ich weiß nicht in wie fern ich vielleicht eine hsp bin..
aber ehrlich gesagt.. trifft so ziemlich alles, an möglichen eigenschaften im kindesalter, auf mich zu..
verstärkungen von seltsamen fähigkeiten im erwachsenenalter, hab ich eher ignoriert .. bis vor ein paar monaten..
erfahrungen haben mich wohl noch sensibilisierter gemacht..
ich lebe mit einer komplexen dissoziativen störung..
war immer schon kreativ begabt denke ich.. ich habe jedoch nie klavier gelernt.. ich konnte zwar mit einer hand, jedes mir bekannte lied nachspielen.. aber die phase war nur kurz.. und ist über 20 jahre her..
im august 2012 .. warum auch immer... zog es mich an einem tag zum klavier.. ich spielte drauf los.. stundenlang.. und immer wieder kamen neue klänge dazu...
hochbegabt und nicht erkannt? warum kann ich das plötzlich? nachforschungen ergaben, dass ich nie klavierunterricht bekam..
liebe grüße, d.

Hier der Link zu d's berührendem Klavierspiel: eine Seele, die plötzlich zu klingen beginnt.

13.1.13
Ich bin per Zufall auf Ihre Webseite gestossen, die mir viele Fragen über mich beantwortet hat. Vielen Dank für Ihre Arbeit! Ich kannte den Begriff der Hochsensibilität vorher nicht, habe mich aber in vielem, das sie beschreiben, wieder gefunden und auch der Test, den ich daraufhin gemacht habe (obwohl ich solchen Tests gegenüber immer sehr kritisch eingestellt bin) zeigt ein mehr als eindeutiges Resultat.
Das neue Wissen um meine Veranlagung hat mir rückblickend viele Fragen über den Verlauf meines Lebens beantwortet und hilft mir gerade in einer schwierigen Lebenssituation zurecht zu kommen. Trotzdem kann ich sagen, dass ich in meinem Leben von der Hochsensibilität offenbar vor allem profitieren konnte.
Meine hohe Empathie und die Fähigkeit mich in fast alle Situationen und Gefühlslagen hineinversetzen zu können haben mir schon manche Türe geöffnet und mir vor allem geholfen, eine vielseitige Begabung zu entwickeln, so dass ich mich in kurzer Zeit auf jedem neuen Terrain mit Leichtigkeit und auf einem hohen Niveau bewegen kann, sei es beruflich, sportlich, musisch, kulturell und sozial. Ich denke darum, dass die Hochsensibilität eine Chance sein kann und kein Laster sein muss.

Natürlich habe auch ich meine Momente, in denen ich an mir zweifle, sogar sehr viele davon. Ich verarbeite solche Gefühle gerne in Liedern wie sie es auch tun. Ich bin oft ruhe- und rastlos, immer am denken, schlafe wenig und schlecht, bin sehr harmonie- und liebesbedürftig und leide, wenn ich zu wenig Zeit mit mir alleine habe. Das Wohl der anderen steht bei mir über allem und trotzdem bin ich eigentlich immer nur mit mir selber beschäftigt. Die Veranlagung hat mich ein wenig zu einem Menschen gemacht, der nicht gerne die Kontrolle über sich verliert weil ich Angst habe vor dem was passiert, sollte ich sie verlieren. Nicht mal meinen reichen und vielschichtigen Emotionen schaffe ich dadurch Luft zu machen, was mich zuweilen kühl erscheinen lässt. Erst ein unglückliches Liebesereignis hat bei mir kürzlich die Schleusen geöffnet und mich über Wochen Bäche von Tränen weinen lasssen, etwas, das ich bisher nicht gekannt habe von mir.
Ich glaube grundsätzlich, dass der Weg darin liegt sich dem Positiven zu widmen und sich nicht am Negativen aufzuhalten. So ist zumindest meine Grundeinstellung zum Leben. Wie schwer dass dies in gewissen Situationen jedoch umzusetzen ist, habe ich nun am eigenen Leib erfahren. Aber Hochsensibilität ist ja keine Krankheit sondern eine Wesensart, eine Veranlagung, die a priori weder positiv noch negativ ist. Erst was man daraus macht kann in die eine oder andere Richtung ausschlagen.
Ich habe das offenbar bis anhin gut auf die Reihe gekriegt, auch wenn es zuweilen ein schmaler Grat ist, auf dem wir gehen. Und dennoch bin ich nun auch froh, dem Ganzen einen Namen geben zu können und zu wissen, dass es in Ordnung ist so zu sein. Es liegt nun in meiner Hand, mich aus dem Sumpf, in dem ich stecke, herauszuziehen. Es stimmt wohl, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Nochmals danke für Ihre Arbeit! H.G.

12.1.13
Herzlichen Dank, dass Sie sich die Mühe machen, diese Webseite zu betreiben. Ich habe sie vor ca. einem halben Jahr gefunden und seit dem Durchlesen aller Informationen bin ich viel glücklicher und streite auch weniger. Ich habe eingesehen, dass ich nichts dafür kann, dass ich manchmal so "unmöglich" bin. Ich verleugne diese Eigenschaften auch nicht mehr.
Ich setze diese "hochsensible Gabe" nun bewusst dosiert in meinem Leben ein (in Form von Rückzug oder Offensive). So durfte ich seitdem wunderbare Begegnungen mit Fremden und Freunden erleben und konnte endlich eine lange aufgeschobene Entscheidung für meinen beruflichen Werdegang treffen. DANKE! L.K.

15.3.10
Seit dem "Coming-out" und der Selbst-diagnose als HSP gehe ich wesentlich entspannter durchs Leben. Ich grüble längst nicht mehr so viel wie früher über mich und mein Leben nach. Ich quäle mich nicht mehr mit den W-Fragen (Wie? Warum? Weshalb? etc.).

Durch den Kontakt zu einer gleichgesinnten HSP-Dame, mit der mich zahlreiche Gemeinsamkeiten verbinden (wirklich verblüffend!), hat sich die Stimmung weiter aufgehellt. Wir führen intensive Gespräche und stellen fest, dass das Schmerzliche an der HS nicht wir selbst sind, sondern die negativen Einflüsse kommen immer von außen, von der Umwelt, von den Mitmenschen. Als HSP nehmen wir diese unangenehmen Dinge viel stärker wahr als "Normalos" und leiden daher seelisch und manchmal auch körperlich darunter.

Ich betrachte HS immer mehr als Form des Gesund-Seins und nicht als krankhafte Veränderung, die in jedem Falle therapiert werden muss. - Natürlich hat jede HSP ihre individuelle Persönlichkeit und ihre ganz speziellen Problemfelder. Dennoch sehe ich die HS in überwiegendem Maße als Bereicherung für die Gesellschaft. - Was wäre die Welt ohne uns? Wir sind bestimmt keine "besseren Menschen", was uns oft vorgeworfen wird. Wir haben einfach ein "Mehr" an Gespür auch für die feinen Zwischentöne im Leben. Wir haben eine schärfere Wahrnehmung, eine höhere Empfindsamkeit. Das sind doch alles wunderbare Dinge, für die man sich als HSP bestimmt nicht schämen muss!
Wer hat das Recht zu bestimmen, wie der "ideale" moderne Mensch zu sein hat? Da wird der Diskriminierung Tür und Tor geöffnet und wir fallen zurück in Zeiten, die glücklicherweise Vergangenheit sind. Wir HSP müssen stärker als bisher wahrgenommen werden. Es bleibt also noch viel zu tun. A.P. aus R.

13.3.10
Hoch erfreut und mit grossem Herzklopfen habe ich den Artikel, bzw. das Interview von Frau Schorr gelesen in der Berner Zeitung. Denn seit ca. 2 Jahren habe ich endlich ein Gesicht, bzw. einen Namen erhalten für meine immer wiederkehrenden Gefühle, Intuitionen, die ich meistens eher als lästig, statt als Gabe empfunden habe. Per Zufall kam ich an ein Buch, es heisst "Lastenträger, eine verkannte Gabe", und fand endlich eine Antwort auf all mein Empfinden. Seither bin ich mich beinahe täglich am damit auseinandersetzen, lernen umzugehen, am darüber erzählen bei vielen Freunden und stiess auf ein reges Interesse oder manches AHA Erlebnis! Für mich wurde es elementar wichtig, mein Umfeld zu informieren, um Verständnis und Kenntnis zu streuen. Bisher habe ich nur beschränkt Institutionen gefunden, die das Thema aufgreifen. Für viele Medien und Aerzte ist dieses Thema unbekannt und oft wird man als sensibels Pflänzchen abgestempelt, sei es wenn man auf ein Medikament sehr stark mit Nebenwirkungen reagiert, oder von Spannungszuständen oder Schlaflosigkeit spricht! Deshalb ist es mir ein riesen ANLIEGEN dass die Bevölkerung Kenntnisse erlangt. Ich bin froh, dass sie in der CH eine solche Webseite erstellt haben, es wird vielen Menschen eine Hilfe sein, endlich in ihren Empfindungen zur Ruhe zu kommen und zu merken, dass sie nicht krank sind, sondern eigentlich eine wertvolle Gabe besitzen und lernen müssen, gut damit umgehen! Vielen Dank und herzliche Grüsse, B.B. aus K.

19.11.09
Am Anfang fühlte ich mich nur befreit, sogar physisch befreit. Leicht, frei, wie auf Wolken, mit Flügeln versehen.

Dann sah ich, dass der Alltag weiter geht mit seiner Last, mit seinen Gewohnheiten, seinen Beziehungen. Dass meine neue Erkenntnis irgendwie im luftleeren Raum schwebt. Dass ich mich vielleicht noch mehr von Menschen entferne, als ich es eh schon tue. Ich wandte mich wieder anderen Dingen zu, so als wäre nichts geschehen.

In der Tat ist viel geschehen. Und jetzt spüre ich es jeden Tag mehr. Mein Wissen befreit mich von vielen Zwängen. Ich bin ich und brauche mich nicht dafür zu schämen. Wozu soll ich mich rechtfertigen für etwas, was mein Innerstes ausmacht? Wofür um Entschuldigung bitten? Warum soll ich um Menschen buhlen, die mich nur anerkennen, wenn ich mich nicht so gebe, wie ich bin? Was fange ich mit Menschen an, die von mir eine Rolle verlangen?
Oder die meine Sensibilität als überkandidelt, als mimosenhaft, als provokant oder hinderlich, ja überheblich betrachten? Die nur Nachteile und keinerlei Vorteile darin sehen? Ich habe schärfere Augen bekommen, beobachte viel und entdecke viel, weiß besser, was ich will und was ich nicht will.
Ich bin hellhöriger für Nuancen, Signale, Verborgenes, weil ich mich unabhängiger fühle. Viel gebundene Energie ist frei geworden. Es geht mir nicht mehr darum, Aufmerksamkeit, Anerkennung, Bewunderung zu ernten, sondern zu sehen, zu hören, zu fühlen, durchzuatmen, aufzunehmen und meinen Weg zu gehen, zu leben, nicht nur zu reagieren. Und siehe da, Menschen fühlen sich davon angezogen, andere entfernen sich, ohne dass ich um sie trauere.

Gleichzeitig werde ich duldsamer gegen Andere. Früher habe ich gestritten und gekämpft und gelitten, wenn ich mich ungerecht behandelt fühlte. Jetzt frage ich mich, bei wem es sich lohnt. Was ich vielleicht in zu hohem Maße besitze (ohne mein Verdienst oder meine Schuld), geht anderen weitgehend ab.
Wie sollen sie mich verstehen? Ich selektiere viel mehr: Was ich mit wem bespreche, diskutiere, unternehme, teile, was ich wem sage, anvertraue.

Meine bewährten Freundschaften gewinnen an Tiefe, weil ich erkenne, dass sie entweder meine Sensibilität teilen und/oder schätzen oder mich verstehen und mittragen. Und weil ich weniger unter Strom stehe, unter "Bewährungsprobe".
Gelassener bin ich geworden und zuversichtlicher, auch ein wenig heiterer.
Ich erwarte weniger, aber es öffnen sich Türen. Alles ist übersichtlicher, durchsichtiger geworden.

Vor allem nehme ich wahr, dass ich nicht mehr auf der Stelle trete, enttäuscht, resigniert, misstrauisch, sondern einen Weg vor mir sehe. Und Licht auf dem Weg. J.V.

11.11.09
Mit 45 Jahren ist man bereits so in seinen Mustern gefangen, dass man trotz "Erkenntnis danach" sich immer wieder selbst verleugnet. Erschwerend dazu kommt der Leistungsdruck der an allen Ecken und Enden in allen Lebensbereichen spürbar wird. Ich lege mir daher mein Buch über HSP immer irgendwo auf ein Platzerl um nicht zu vergessen, dass ich sorgsam mit mir umgehe. Ich neige sehr dazu, mich zu überfordern, allen Ansprüchen gerecht und noch gerechter zu werden. Das strengt mich furchtbar an und macht mich sehr müde. Um mich nicht völlig in Grund und Boden zu peitschen, brauche ich das Buch, diese Internetseite, Zeilen daraus um eine beinahe "Rechtfertigung" vor allem aber eine Erklärung für meine Gefühle zu erhalten.
Das Positive am HSP-sein ist, dass ich mir gewisse Eigenheiten noch mehr bewusst mache und sie mir keine Angst mehr machen - wie z.B. meine Farbträume, meine gedanklichen Bilder, die in stark emotionalen Situationen in meinem Kopf entstehen, wie ich Musik regelrecht körperlich spüre ua. Das sind Eigenschaften, über die ich sehr froh bin, mich von Nicht-HSP zu unterscheiden. S. aus V.

4.11.09
Seit ich mir nun meiner HS bewusst bin, kann ich mich wieder mehr an ihren schönen Seiten freuen: z.B. an einem trüben Novembertag, wenn ich die immer noch wunderschönen Blätter des Wilden Weins auf dem regennassen Kopfsteinpflaster sehe, oder wenn ich entdecke, dass Schnirkelschneckenhäuschen jeweils ganz verschieden gefärbt und geringelt sind... Das entgeht ja vielen Menschen (vielleicht weil sie sagen: "Dafür kann ich mir nichts kaufen!!"). A.M. aus F.

30.10.09
Zunächst war es bei mir so, dass die Euphorie sehr hohe Wellen schlug, ich konnte es gar nicht richtig einordnen, aber jetzt, nach ein paar Wochen, glaube ich einfach, dass es das Glück war, meine manchmal vagen Empfindungen BENENNEN zu können.
Dass sich das Umfeld nicht von einem Tag auf den anderen ändert, ist klar, aber für mich ändert sich die Achtsamkeit, mit der ich mir selber meinen RAUM nehme, den ich in diesem Moment gerade brauche.
Gestern war mal wieder eine Situation, wo ich mich völlig vor den Kopf gestoßen fühlte von den Kindern meines Partners, (die mir normalerweise sehr nah sind). Wir räumten in der Wohnung seiner Mutter um (sie ist gerade im Pflegeheim, aber noch recht fit und behält die Wohnung noch). Die Mädels verletzten in meinen Augen völlig die Intimsphäre ihrer Großmutter indem sie sich über Schriftstücke, persönlichen Nippes usw total lustig machten. Ich sah irgendwann rot, - nicht ohne einräumen zu müssen, dass sie der Frau einfach nicht so nah sind wie ich es gerade bin und dass sie ja nicht dabei war.
Gelernt habe ich, trotz meiner Gefühle objektiv zu bleiben. Die Situation irgendwann zu verlassen (sprich nach getaner Arbeit nicht mehr gemeinsam essen zu gehen) und im stillen Kämmerlein die Nachbereitung zu machen.
Es wird einfacher. Ich fühle mich nicht mehr so lange hilflos, verletzt und ausgegrenzt und kann mehr und mehr gelassen bleiben. Aber natürlich bleiben die Situationen nicht aus.
Ja auch mich interessiert es , wie es anderen geht, wie sie nach der Erkenntnis mit ihrer Gabe umgehen.
Z.B. rede ich nicht über dieses Thema, außer mit wirklich engen Freunden. Hatte als Kind immer die Aussage an den Kopf geknallt bekommen "du bist halt ein Mimöschen", sodass ich bis heute denke, dass nur wenige Menschen das interessiert...
Will es einfach auch nicht zum Mittelpunkt meiner Persönlichkeit machen... S.B aus D.

21.10.09
Nach der ersten Euphorie: Was macht frau mit einer solchen Erkenntnis, wenn sie schon 65 Jahre auf dem Buckel hat? Der Alltag und die Beziehungen werden ja nicht schlagartig anders, sind auf ganz bestimmte Denk- und Verhaltensmuster eingestellt. Und doch meine (oder hoffe?) ich, dass sie in einem neuen Licht erscheinen. Mit diesem Wissen im Hintergrund (incl. Rückenstärkung) kann ich besser lernen, meine "Mimosenhaftigkeit" mit mehr Gelassenheit und Nachsicht zu behandeln, eher zu mir selber zu stehen, hinter dieser Verletzbarkeit den Gefühlsreichtum, die Intuition und Phantasie nicht zu verstecken, sondern zu würdigen und fruchtbar zu machen, für mich selbst und für andere. J. V.

17.2.09
heute kann ich meist gut mit meiner sensibilität umgehen und sie sogar als freund und helfer akzeptieren, dass sie mir auch immer wieder intuitiver wegweiser ist. im moment einfach besten dank, dass dieses thema auch so angesprochen wird! wir sind so normal wie jeder mensch in seiner eigenart.... und doch ist es immer wieder eine innere, stille herausforderung in der mitte zu sein wenn rundum lautes, farbiges gewirr ist das die meisten nicht wahrnehmen..... ich habe den link www.hochsensibilitaet.ch an freunde weitergeleitet die selber so sind oder oft auch kinder haben die hochsensibel sind und es ist dann für beide seiten eine herausforderung damit im alltag zu leben.... J. von Z.